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Der Nobelpreis für Literatur 1915

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Romain Rolland

"Als Anerkennung für den hohen Idealismus seines dichterischen Werkes und für die Wärme und Wahrhaftigkeit, mit der er die Menschen in ihrer Verschiedenartigkeit dargestellt hat"

 

Romain Rolland* 29. 1. 1866, Clamecy (Burgund, Frankreich)
† 30. 12. 1944, Vézelay (Burgund, Frankreich)

Romain Rolland wurde am 29. Januar 1866 als Sohn eines Notars im burgundischen Clamecy geboren. Um ihm eine gute Ausbildung zu gewährleisten, zog die Familie 1880 nach Paris. Nach seiner Schulausbildung am Lycée St. Louis und der Eliteschule Louis-le-Grand studierte er von 1886 bis 1889 Geschichte und Archäologie an der École Normale Supérieure. Die Lektüre von Tolstois Studie Was sollen wir tun ? erweckte in ihm tiefe Zweifel an seinen bisherigen Idealen. Der zu diesem Zeitpunkt noch vollkommen unbekannte Student schrieb dem berühmten Russen und schilderte ihm all seine Zweifel. Wenig später antwortete Tolstoi ihm mit einem 38seitigen Brief. In diesem führte der russische Dichter aus, dass nicht die Liebe zur Kunst, sondern die zur Menschheit wichtigste Bedingung jeder künstlerischen Berufung sei. Dieser Brief sollte bestimmend für Rollands weiteres Leben und Schaffen werden. 1889 ging er als Stipendiat für zwei Jahre an die französische Schule nach Rom, wo er Malwida von Meisenbug begegnete, die ihn in seinem Idealismus bestärkte.

Von 1904 bis 1912 arbeitete Rolland an seinem größten Werk Jean-Christophe (Johann Christoph), das ihn schlagartig berühmt machte und zahlreiche Ehrungen einbrachte. In den Jahren 1909 und 1910 lehrte er Kunst- und Musikgeschichte, zunächst an der École Normale Supérieure, später an der Sorbonne. Gemeinsam mit dem Schriftsteller Charles Péguy gründete er die Zeitschrift Cahiers de la Quinzaine, in der er lange Zeit unentgeltlich seine Arbeiten veröffentlichte. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges befand sich Rolland gerade auf einer seiner zahlreichen Reisen in der Schweiz. Er kehrte nicht nach Frankreich zurück, sondern arbeitete in der Genfer Zentrale des Roten Kreuzes. Auf Einladung von Maxim Gorki reiste er 1935 nach Moskau, wo er von Stalin empfangen wurde. Im Jahre 1937 ließ er sich in Vézelay nieder. Dort starb der bedingungslose Pazifist Romain Rolland am 30. Dezember 1944.

"Es sind die vorgefassten Meinungen, die es den Völkern so schwer machen, einander zu verstehen, und die es ihnen so leicht machen, einander zu verachten."
Romain Rolland

 

Wichtige Werke

Romane

Jean-Christophe (Johann Christoph)
L'âme enchantée (Verzauberte Seele)

Dramen

Les loups (Die Wölfe)
Danton (Der 14. Juli)
Le jeu de l'amour et de la mort (Ein Spiel von Tod und Liebe)
Le théâtre du peuple(Das Theater des Volkes)

Erzählung

Colas Breugnon (Meister Breugnon)

Biographien

Beethoven (Dt. 1918)
Michelangelo (Dt. 1919)
Händel (Dt. 1922)
Tolstoi (Dt. 1922)
Mahatma Gandhi (Dt. 1923)

Kampfschrift

Au-dessus de la melée (Der freie Geist)

Weblinks

Der Nobelpreis - Romain Rolland
Die Nobelstiftung